Der Fisch stinkt vom Kopf!

Rückblick auf unseren Filmabend am 04.11.2011
Vorgespräch, Timon und Dirk
Timon Gremmels umrahmt vom Vorstand des OV Waldau
Foto: Holger Clemen

Ein gelungener und vor allem lehrreicher Abend! Der Film selbst demonstriert ja bereits in gut verstĂ€ndlicher Form die gewaltigen Potenziale der Regenerativen Energien im Hinblick auf eine zukunftsfĂ€hige Energieversorgung. Und zwar die Energieversorgung der gesamten Menschheit, ohne Gefahren und ohne Altlasten und ohne die Machtmonopole der großen Konzerne. Aber erst durch den Vortrag unseres Gastes Timon Gremmels (Umwelt- und Energiepolitischer Sprecher der SPD im Hessischen Landtag) wurde der Informationsabend perfekt. Er informierte uns ĂŒber HintergrĂŒnde und ZusammenhĂ€nge in Bezug auf die Energiewende und das Wirken von Hermann Scheer. Im anschließenden Dialog mit den anderen GĂ€sten wurden außerdem viele Fragen von Timon beantwortet und einige ZusammenhĂ€nge wurden vertieft.

Außerdem haben wir uns auch sehr ĂŒber den Besuch unserer Veranstaltung durch den Landtagsabgeordneten fĂŒr den Kasseler Osten, Wolfgang Decker gefreut!

Der Filmabend war die zweite Veranstaltung im Rahmen der Informationsreihe "Energiewende jetzt!". Nachdem wir am 29.04.2011 ĂŒber die Gefahren der Atomenergie und die LĂŒgen der Atomwirtschaft und deren hörigen Politiker informiert hatten (Dokument ansehen), ging es am 04.11.2011 um die Möglichkeiten, die uns die Regenerativen Energien bieten, um die Energiewende herbei zu fĂŒhren. Als Informationquelle diente der Film "Die 4. Revolution" von Carl-A. Fechner, dessen Inhalt durch das Energiepolitische Engagement von Hermann Scheer bestimmt wurde. Deshalb baten wir auch Timon Gremmels um die aktive Mitgestaltung des Info-Abends. Timon ist durch seine AktivitĂ€t im Landtag im Thema und auf dem aktuellen Stand. Und er hat viel Zeit mit Hermann Scheer zusammen gearbeitet, sodass er uns einen Einblick in dessen AktivitĂ€ten gewĂ€hren konnte, den man sonst nicht so leicht erhĂ€lt.

interessierte Zuhörer
interessierte Zuhörer
Foto: Holger Clemen

Es kamen diesmal einge GĂ€ste mehr als beim letzten Mal und vor allem auch Mitglieder, die man sonst fast nie sieht. Außerdem hatten sich auch GĂ€ste ohne Parteizugehörigkeit eingefunden, was ja ausdrĂŒcklich unser Ziel ist, nĂ€mlich eine breite Öffentlichkeit anzusprechen und zu informieren. Das Thema ist zu wichtig, als dass man nur in Fachgremien darĂŒber sprechen dĂŒrfte. Die Aussage eines chinesischen Industriellen im Film lautet, dass die nĂ€chste industrielle Revolution eine Energie-Revolution sein wird. Jeder, der ein wenig Fachwissen besitzt und nicht von der Energiewirtschaft bezahlt wird, wird dieser Aussage zustimmen und auf die Notwendigkeit der Energiewende hinweisen. Weil diese Energiewende am besten funktionieren wird, wenn sie von vielen Schultern getragen wird, ist es wichtig, alle Informationen breit zu verteilen. Hier setzen wir mit unserer Informationsreihe an, weitere Termine und AktivitĂ€ten werden auf jeden Fall folgen.
Und die Energiewende muss von unten kommen, weil die Energiewirtschaft ihre Monopolstellung nie freiwillig aufgeben wird. Schlimm ist, dass die Energiekonzerne UnterstĂŒtzung durch Regierungen erhalten. Diese werden von angeblichen Experten beraten, die letzten Endes auch wieder der Energiewirtschaft abstammen. Fatih Birol, der Chefökonom der internationalen Energieagentur (IEA) erlĂ€utert stolz, dass er alles, was er ĂŒber Energie weiß bei der OPEC gelernt hat. Das ist doch lĂ€cherlich. Die Konzerne werden ihre irrationale Haltung nicht aufgeben. Irrational ist das deshalb, weil der Vormarsch der Regenerativen Energien aufgrund des gar nicht so fernen Ressourcenmalngels ĂŒberhaupt nicht aufgehalten werden kann. Man kann ihn nur verzögern und man versucht das mit Investitionen in sog. BrĂŒckentechnologien, die sich am Ende unter UmstĂ€nden als gewaltige Fehlinvestitionen entpuppen werden. So wird z.B. von der IEA die Speicherung des Kohlenstoffs als Lösung genannt. Klingt einfach. Aber das CO2 darf nicht wieder frei werden. Nie wieder! D.h., man schafft neben dem AtommĂŒll eine weitere tickende Zeitbombe. Und warum verfolgt man derartig haarstrĂ€ubende Lösungen? Wir wissen es: Die Stromkonzerne verdienen mit jedem Atomkraftwerk 1,5 Millionen Euro. Jeden Tag!
FĂŒr mich ist das die Kernaussage des Films: Der Fisch stinkt vom Kopf. Eine wirkliche VerĂ€nderung wird nur von unten aus statt finden. Und der Film zeigt eindrucksvoll, wie durch kleine Aktionen viel erreicht werden kann. Es sind nur Menschen nötig, die verstanden haben, dass etwas gemacht werden muss, Ideen haben und diese dann auch zum Ziel fĂŒhren. Ich halte es nicht fĂŒr abwegig, auch in Waldau neue Wege zu gehen. Mal sehen ...
Es gab also durch den Film eine Reihe von Informationen und Anregungen. Außerdem gab es auch etwas zu Essen und zu Trinken. In der Mitte des Films haben wir noch einmal eine kleine Pause eingelegt, damit sich jeder versorgen konnte und damit nach dem Film die Aufmerksamkeit Timon Gremmels zuteil wurde.
Timon hat durch seine Anwesenheit den Abend bereichert, indem er zunĂ€chst die HintergrĂŒnde des Films erklĂ€rt hat und den Zusammenhang mit der Arbeit von Hermann Scheer beschrieben hat. Und so erfuhren wir auch einiges ĂŒber die Entstehung des Energiepolitischen Programms der Hessen-SPD. Es wurde auch noch einmal klar, dass der Ansatz von Hermann Scheer gar nicht ein technisch-naturwissenschaftlicher ist, sondern er hat frĂŒh erkannt, dass die Kriege der Zukunft wegen der Energie gefĂŒhrt werden. Und deshalb suchte er bis zu seinem viel zu frĂŒhen Tod einen Ausweg hieraus. Er hat uns sein VermĂ€chtnis hinterlassen, dass wir nun nutzen mĂŒssen. Gerade mal eine Generation hat jetzt dafĂŒr Zeit, bevor es zu spĂ€t ist. Also, packen wir es an!
Nachdem Timon noch eine Reihe von Fragen aus dem Publikum beantwortet hatte und einige Punkte mit den GĂ€sten diskutiert hatte, haben wir ihn - gesundheitlich angeschlagen - endlich entlassen. Der Abend hĂ€tte sonst wahrscheinlich kein Ende gefunden. Man konnte spĂŒren, dass das Thema doch einige der Zuschauer sehr bewegt und dass der Film vielleicht tatsĂ€chlich den ein oder anderen anregen konnte, sich weiter zu informieren oder ĂŒber die eigenen Möglichkeiten nach zu denken.

Diskussionen am Rand
Diskussionen am Rand
Foto: Holger Clemen

Der Ausklang erfolgte demnach bei weiteren GetrĂ€nken und Broten und mit angeregten Diskussionen ĂŒber das soeben erfahrene.

Wir danken unseren Besuchern fĂŒr ihr Interesse und die aktive Teilnahme an der Besprechung des Films.
Unser besonderer Dank gilt Timon Gremmels, dem wir eine erfolgreiche Veranstaltung zu verdanken haben.

Über die nĂ€chste Veranstaltung, die voraussichtlich im Februar oder MĂ€rz 2012 stattfinden wird, werden wir rechtzeitig informieren.


Autor: Dirk Seeger

 

Veröffentlicht: 13.11.2011



drucken   versenden

Nachricht teilen: auf facebook teilen VZ-Netzwerke (studivz, meinvz, schülervz) google Bookmarks twitter delicious linkarena misterwong


 

© SPD Ortsverein Kassel-Waldau
Datum des Ausdrucks: 15.10.2018